Könnte Leben in den Wolken der Venus existieren? Die Idee, dass einheimisches Leben in der Atmosphäre der Venus zirkulieren könnte, ist nicht gerade neu. Der verstorbene Carl Sagan und der Biophysiker Harold Morowitz spekulierten bereits 1967 darüber, basierend auf den günstigen Bedingungen in der Venuswolkenschicht und den mysteriösen Absorptionseigenschaften einiger Schadstoffe. Jetzt, Jahrzehnte später, haben Wissenschaftler eine verblüffende Entdeckung bekannt gegeben, die der Saga eine noch nie dagewesene Faszination verleiht: den Nachweis von Monophosphan in den Venuswolken.

When we got the first hints of phosphine in Venus’s spectrum, it was a shock!

Teamleiterin Jane Greaves, Cardiff University

Monophosphan, ein seltenes Gas, ist ein potenzieller Indikator für Leben, da es keine bekannte, natürlich vorkommende abiotische Quelle auf kleineren, terrestrischen Planeten wie der Venus hat. Mit anderen Worten: Monophosphan ist bekanntermaßen auf Gasriesen wie Jupiter und Saturn vorhanden, es kann in einem Labor hergestellt werden, oder es ist auf der Erde zu finden, wo bestimmte Bakterien in sauerstofffreier Umgebung leben. Wissenschaftler vom Massachusetts Institute of Technology (MIT), der Universität Cardiff, der Universität Manchester und anderen, sind davon überzeugt, dass natürliches Monophosphan auf der Venus zwar existieren könne, aber nicht in der Konzentration, wie sie in der Atmosphäre gemessen wurde. Der bislang einzige logische Schluss ist, dass auf dem Venusboden oder in der Atmosphäre biologische Prozesse ablaufen müssten, bei denen Monophosphan als Reaktionsprodukt entsteht, was wiederum auf bakterielles Leben schließen ließe.

Die Venus, wie sie vom japanischen Orbiter Akatsuki im ultravioletten Licht gesehen wird. Ein unbekannter UV-Absorber in der Atmosphäre wurde schon im Jahr 1928 nachgewiesen. Quelle: ISAS/JAXA (CC BY 4.0)

Die neuen Erkenntnisse schüren das Interesse an unbemannten Roboter-Missionen, die die Atmosphäre der Venus direkt per Gasprobe untersuchen könnten, idealerweise in Form eines Wetterballons. Bis dahin wird die Frage, ob es auf der Venus wirklich Leben gebe, weiterhin unbeantwortet bleiben.

Weitere Informationen im Artikel der Nature

Titelbild: Fotoillustration

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